Po4-Absenkung mit Lanthanchlorid

PO4-Senkung mit Lanthan

Acropora anthoceris "Smurfs Puke" 😉

Während sich Nitrat am einfachsten biologisch unter Kontrolle halten lässt, gibt es für Phosphat eine recht einfache chemische Lösung. Mit Lanthanchlorid lässt es sich recht präzise aus dem Wasser entfernen. Dieser Stoff ist mitunter in dem Mittel Elimi Phos Rapid von Tropic Marin enthalten. Laut Herstellerangabe fällen 10ml Elimi Phos Rapid bis zu 1mg/l Po4 in 100l Aquariumwasser aus. Diese Angaben kann ich bestätigen. Somit lässt sich sehr genau berechnen, wie viel Phosphat man mit der Zugabe von Elimi Phos Rapid aus dem Becken entfernen möchte.

Das enthaltene Lanthanchlorid fällt größtenteils als Lanthanphosphat aus. Dieses ist quasi dauerhaft gebunden, weil Lanthanphosphat im Rahmen unserer Meerwasser-Wasserwerte nicht rücklösbar ist. Dennoch sollte man es aus dem Becken entfernen, da Lanthan mindergiftig ist und man größere Ansammlungen vermeiden sollte.
Am besten kann man das ausgefällte Lanthanphosphat entfernen, indem mal das Lanthanchlorid direkt in den Abschäumer eintropft oder es in den Zulauf eines Vliesfilters gibt. Das Lanthanchlorid fällt sehr schnell zu einer klebrigen Masse aus und wird zum größten Teil vom Vlies gebunden oder sofort abgeschäumt.

Tropic Marin gibt an, dass Elimi Phos Rapid bis zu einer maximalen Absenkung auf 0.2mg/l benutzt werden soll. Man kann jedoch mit einem Kniff bis auf 0,01mg/l genau den Po4-Wert im Wasser steuern. Dies funktioniert, wenn das Lanthanchlorid stark genug verdünnt wird und anstatt stoßweise besser permanent zugegeben wird.

Bei meiner Anlage strecke ich die berechnete Menge Elimi Phos Rapid mit 5l Osmosewasser und gebe diese in einer Dauerdosierung über einen Zeitraum von einer Woche dem Becken zu. Somit wird immer nur sehr wenig Elimi Phos Rapid dosiert und das im Wasser gelöste Phosphat wird langsam gebunden. Das ist wichtig, denn eine zu schnelle Absenkung schadet den Korallen. Zudem gibt es Berichte, dass die Ausfällungsprodukte sich in den Kiemen von Fischen ablagern können und etwa Doktorfische daran zugrunde gehen. Deswegen würde ich nicht empfehlen, das Mittel direkt ins Becken zu geben.

Tipp: Das gelöste Lanthanchlorid sollte nicht vor Pumpen oder unter Wasser eingedüst werden, da dies den Austritt des Schlauches oder die Pumpe verkleben kann. Mir ist dadurch eine Pumpe zerstört worden. 

Der Behandlungszyklus:

1.      Benötigte Menge Elimi Phos Rapid berechnen
Zunächst sollte man den Po4-Wert ermitteln und notieren.
Pro Woche sollte man den Po4-Wert um maximal 0,1mg/l senken, da die Korallen sonst Schaden nehmen könnten. Auch wenn man den Phosphatgehalt deutlich schneller drücken kann, würde ich dieses nicht empfehlen.
Um bei meinen 3000l Wasservolumen Po4 um 0,1mg/l zu senken, bräuchte ich also eine Menge von gerade mal 30ml Elimi Phos rapid.

2.      Dosierpumpe rüsten
Meine Dosierpumpe gibt pro Woche 5l zu. Dazu habe ich einen 5l-Kanister, den ich zu Beginn der Periode mit Osmosewasser auffülle. Auf diese 5l wird dann die berechnete Menge Elimi Phos Rapid gegeben.

3.      Auswertung und Neuberechnung
Wenn die 5l dosiert wurden, wird wieder der Phosphatgehalt im Wasser bestimmt. Ist dieser um den berechneten Anteil gesunken? Wenn nicht, liegt das daran, dass höchstwahrscheinlich Phosphatdepots in Lösung gegangen sind und das Defizit im Freiwasser ausgeglichen haben. Das ist normal und geschieht so lange, bis die Depots aufgebraucht sind – übrigens ein sehr praktischer Nebeneffekt.
Nun geht es in den nächsten Zyklus, wieder zu 1.

Dies wiederholt man nun so lange, bis der Zielwert erreicht ist.

Nochmal zur Erinnerung:

Das optimale Verhältnis von No3 zu Po4 ist in etwa 1:100. Wenn dieses erreicht ist, sollte Po4 nicht weiter unabhängig von No3 reduziert werden. Hier macht dann wieder der Einsatz von Bakterien und einer Kohlenstoffquelle Sinn.